«Spiegel»: Pius XII. empfand keine Sympathie für die Nazis

Hamburg, 17.4.03 (KAP) Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII. (1939-1958), hat in den zwanziger Jahren als Apostolischer Nuntius in Deutschland den Nationalismus der Nazis als «vielleicht gefährlichste Ketzerei unserer Zeit» bezeichnet. Es handle sich um eine «antikatholische Bewegung», zitiert das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» aus bislang unbekannten Notizen aus dem vatikanischen Geheimarchiv. Sympathie für die Nazis habe Pius XII. nicht empfunden.

Zugleich schreibt der «Spiegel», im März 1933 habe Pacelli, nun Kardinalstaatssekretär in Rom, die deutschen Bischöfe gedrängt, ihre bis dahin ablehnende Haltung zum Nationalsozialismus zurückzunehmen, was diese auch getan hätten. Als Beleg zitiert das Blatt eine Notiz von Kardinal Pietro Gasparri, der langjähriger Förderer Pacellis gewesen sei: «Solange Hitler dem Heiligen Stuhl und den katholischen Würdenträgern in Deutschland nicht den Krieg erklärt..., sollen der Heilige Stuhl und die katholischen Würdenträger in Deutschland darauf verzichten, die Hitlerpartei zu verurteilen». Der 1934 verstorbene Gasparri war von 1914 bis 1930 Kardinal-Staatssekretär.

Weiter schreibt der «Spiegel», die Wahlsiege der Nazis würden vom Vatikan in den Dokumenten aus der Zeit bis 1939 bedauert. So habe der Nuntius in Berlin, Cesare Orsenigo, 1933 den Antisemitismus der Nazis intern als «Schandfleck» bezeichnet.

Kathpress
17. april 2003

av Webmaster publisert 22.04.2003, sist endret 22.04.2003 - 16:41