Papst wird auch Wallfahrtsort Marianka besuchen

Die Pilgerstätte an der österreichischen Grenze ist ein beliebtes Wallfahrtsziel der Katholiken der Westslowakei, Niederösterreichs und Mährens

Preßburg, 8.7.03 (KAP) Papst Johannes Paul II. will im Zuge seines Slowakei-Besuchs von 11. bis 14. September auch den durch seine «Wunderbare Quelle» bekannten Marienwallfahrtsort Marianka unmittelbar an der österreichischen Grenze besuchen. Das bestätigte eine Sprecherin der Slowakischen Bischofskonferenz am Dienstag auf Anfrage von «Kathpress». Demnach will der Papst am 14. September, dem Vorabend des bei Pilgern aus der Slowakei, dem niederösterreichischen Weinviertel und Mähren populären Marianka-Wallfahrtsfestes «Sieben Schmerzen Mariens» (15. September), dem Marienort einen privaten Besuch abstatten. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende Kirche von Marianka ist nach und nach zum meist besuchten Wallfahrtsort der Region geworden.

Als «Marienthal» ist der Ort vielen Österreichern ein Begriff. Die Wallfahrer besuchen in der Regel neben der Kirche die so genannte «Wunderbare Quelle» im nahen Wald, über der sich eine Barockkapelle befindet. Vor der Barockkapelle sind Statuen des berühmten Preßburger Barockbildhauers Georg Rafael Donner zu sehen.

Nach dem vorläufigen Programm wird Johannes Paul II. am Donnerstag, 11. September, auf dem Flughafen Banska Bystrica-Sliac landen. Am darauf folgenden Freitag, dem Fest «Mariä Namen», soll in Banska Bystrica eine Papstmesse im Sinne des 2003 begangen «Jahres des Rosenkranzes» gefeiert werden. Am 13. September will der Papst die Bischofsstadt Roznava besuchen und dort einen Gottesdienst halten.

Höhepunkt des Papstbesuchs wird die Seligsprechung des griechisch-katholischen Bischof Vasil Hopko (1904-1976) und der Ordensschwester Zdenka (Cecilia) Schelingova (1916-1955) am Sonntag, 14. September, in der Preßburger Satellitenstadt Petrzalka sein. Schelingova wurde von den Kommunisten gefoltert und starb an den Folgen der brutalen Misshandlungen. Hopko war Weihbischof der griechisch-katholischen Diözese Presov und wurde nach der gewaltsamen Liquidierung der griechisch-katholischen Kirche in der Tschechoslowakei durch das kommunistische Regime im Jahre 1950 interniert. Nach seiner Freilassung musste er als Hilfsarbeiter arbeiten und konnte nur im Untergrund pastoral tätig sein. Im Prager Frühling 1968 stand er an der Spitze eines Komitees, das die Legalisierung der mit Rom unierten Kirche durchsetzte.

Der Besuch des Papstes in der Slowakei ist der dritte nach 1990 und 1995. Höhepunkt des Slowakei-Besuchs 1995 war die Heiligsprechung der drei «Kaschauer Märtyrer» des Jahres 1619 - P. Melichar Grodziecky, P. Stefan Pongracz und Marek Krizin - am 2. Juli 1995 in Kosice (Kaschau) gewesen.

Kathpress
8. juli 2003

av Webmaster publisert 15.07.2003, sist endret 15.07.2003 - 21:28