Moskauer Patriarch bestürzt über Entwicklung im Heiligen Land

"Dieses Land ist Eigentum aller Menschen und wir alle tragen gemeinsam Verantwortung für sein Schicksal und das seiner Bevölkerung"

Moskau, 6.4.02 (KAP) Der Moskauer Patriarch Aleksij II. ist tief bestürzt über die Ereignisse im Heiligen Land. In einer Erklärung forderte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche ein sofortiges Ende aller Feindseligkeiten und die Rückkehr zu einem "verantwortungsvollen Dialog". Die palästinensische Seite müsse ohne Vorbedingungen sofort alle Terrorakte gegen Zivilisten einstellen und die Israelis müssten ihre Truppen aus den arabischen Städten abziehen und die Isolierung der palästinensischen Führung aufheben.

Die Gläubigen des Moskauer Patriarchats seien sehr besorgt um die Sicherheit der Bürger aller Nationalitäten und aller Religionen, die im Heiligen Land leben, stellte Aleksij II. fest. Es sei unmöglich, dass nur eine nationale oder religiöse Gruppierung in diesem Land vorherrschen könne, vielmehr müsse das Heilige Land Heimat für alle sein, so der Patriarch.

Jede weitere Eskalation des Blutvergießens würde nicht nur den gesamten Nahen Osten destabilisieren, sondern darüber hinaus auch die "reale Gefahr eines Zusammenstoßes von Zivilisationen in anderen Regionen" mit sich bringen. Wenn die Konfliktparteien keinen Willen zum Frieden zeigen würden, müsse die Weltgemeinschaft ihr Friedensengagement im Nahen Osten verstärken, um das Leid der Zivilbevölkerung zu beenden und die internationale Stabilität zu sichern. Patriarch Aleksij II. wörtlich: "Das Heilige Land ist Eigentum aller Menschen und wir alle tragen gemeinsam Verantwortung für das Schicksal dieses Landes und seiner Bevölkerung".

Kathpress
6. april 2002